Ich rede mit Handwerksbetrieben über KI. Fast immer kommt dieselbe Frage: Wo sollen wir anfangen? Und dahinter steckt fast immer dieselbe Sorge: dass man ein großes Projekt kaufen muss. Neues System, hohe Kosten, und keiner weiß, ob es was bringt.
Muss man nicht. Der beste erste Use-Case ist klein. Ein Prozess, nicht zehn. Einer, der sich wiederholt.
Woran man ihn erkennt — vier Bedingungen:
Ein Beispiel. Elektrobetrieb, zwölf Leute. Die Angebote schreibt der Chef, abends. Tagsüber kommt der Anruf, die Notizen landen auf einem Zettel, und abends dauert es anderthalb Stunden, daraus ein Angebot zu machen — die Positionen aus alten Angeboten zusammengesucht, von Hand.
Ein Assistent, der aus den Notizen und den letzten ähnlichen Angeboten einen Entwurf baut, ändert den Abend: Entwurf lesen, zwei Positionen korrigieren, raus damit. Zwanzig Minuten statt neunzig. Und der Chef entscheidet weiter jede Zeile — der Assistent bereitet nur vor.
Was dafür nicht passieren muss: kein Systemwechsel. Die Auftragsverwaltung bleibt, die Buchhaltung bleibt, die Abläufe bleiben. Das Werkzeug setzt sich neben das, was da ist.
Und damit es ehrlich bleibt: vorher aufschreiben, was der Prozess heute kostet. Wie viele Stunden pro Woche. Nach vier bis sechs Wochen draufschauen und entscheiden — weitermachen, anpassen, oder wieder weg damit. Der Einstieg ist umkehrbar. Genau das unterscheidet einen ersten Use-Case von einem Projekt, an dem man drei Jahre hängt.
Wer so anfängt, hat nach ein paar Wochen etwas, das die meisten Betriebe nicht haben: einen belegten Fall. Nicht eine Meinung über KI, sondern eine Zahl. Von da aus kann man weiterreden — über den zweiten Prozess, und irgendwann über mehr.
Wenn Sie den einen Prozess schon im Kopf haben: erzählen Sie ihn uns — wir sagen Ihnen ehrlich, ob er sich als Einstieg eignet.
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